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Prüfungsangst

Ohne Schweiß kein Preis?!

Jeder kennt es, unumgänglich, dieses mulmige Gefühl im Bauch und diese ständigen Gedanken bei der anstehenden Prüfung zu versagen. Und die Anzahl der Betroffenen wächst zunehmend ...

Jedoch unterscheidet man mehrere „Typen“ von Prüfungsängsten, denn bis zu einem gewissen Grad ist das Adrenalin, das durch die Prüfungsangst ausgelöst wird, durchaus förderlich. Zum Beispiel, wenn einem Schüler während der Arbeit plötzlich Gelerntes einfällt oder es einen schon vor der Prüfung anregt, sich ausreichend auf die Prüfung vorzubereiten. Aber was ist, wenn es zu viel des „Guten“ ist?

Auch ich bekomme die ängstlichen Blicke meiner Mitschüler vor Arbeiten zu sehen, aber ab welchem Zeitpunkt kann man sagen, dass ihre Angst nicht mehr „normal“ ist? Wenn die Angst Leute in Angstverstände versetzt. Sie bei ihre Lernfähigkeit und ihre gewünschte Leistung hindert. Betroffene machen dann oft unnötige “Leichtigkeitsfehler“. Bei sehr ausgeprägter Angst kann es bis zum Verlust ihres Wissens, dem all stets bekannten Blackout, kommen, bis hin zu körperlichen Symptomen, wie Schlafstörungen oder verstärktes Herzklopfen. Aber warum und von was wird dieser Stress verstärkt? Ist es wirklich nur das Gefühl überfordert zu sein oder steckt viel mehr dahinter?

Dipl.-Psychologin Heike Rolli vom Psycholgischen-Zentrum, beschäftigt sich insbesondere mit Diagnostik und Förderung der schulischen Leistungen von Kindern und Jugendlichen und konnte viele interessante Fragen aus der Sicht einer Psychologin beantworten. Zum einen räumte sie mit dem verbreiteten Klischee, dass es vor allem schlechtere Schüler von dieser Angst betroffen sein würden, auf. Im Gegenteil, offenbarte sie, es seien vor allem bessere Schüler von Prüfungsängsten betroffen.

Frau Rolli erklärte: „Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass Personen unterschiedlich anfällig sein können. Offensichtlich ist, dass die meisten Menschen mit Prüfungsängsten ein schwaches Selbstwertgefühl haben.“ Diese steigern sich mit solchem Ehrgeiz in diese Dinge zu sehr herein und wollen sich mit ihren Erfolgen nicht so recht zufrieden geben. Als ich fragte, ob es auch an dem Leistungsdruck der Eltern liege, warf sie mir einen allessagenden Blick zu und ergänzte: „Klar gibt es immer Eltern, die hohe Anforderungen an ihre Kindern stellen, doch auch indirekte Leistungssituationen merken die Kinder. Selbst wenn die Eltern es nicht laut aussprechen, fühlen sich die Kinder verpflichtet deren Leistungsanforderungen zu entsprechen.“ Andererseits könne es auch an unkoordinierten Lerntechniken und schlecht eingeteilten Lernzeiten liegen. Auf die Frage, warum sie ihren Beruf so liebe, antwortete sie mit: “Anderen Menschen zu helfen, sich nicht selber im Wege zu stehen, motiviert mich. Das Gefühl ihnen in eine große Last abzunehmen ist unbeschreiblich schön.“

Sie würde jedem raten, sich selber gut einschätzen zu lernen, die benötigte Zeit sich Tag für Tag gut einzuteilen. Sie gab preis, dass man jeder Person helfen könne, mit solchen selbstausgelösten Ängsten umzugehen, aber es oftmals auch schon hilft sich eine Routine anzueignen, die vor jeder Prüfung gleich sein sollte, um sich in Sicherheit zu fühlen Etwas längere Lernpausen wären dabei von Vorteil. Ihre Lebensweisheit: An dem Tag vor der Prüfung das Lernen möglichst vermeiden und stattdessen etwas unternehmen. So habe man schließlich gar nicht die Zeit, sich mit selbstkritischen Gedanken zu befassen.

Das alles bedeutet, dass man nicht so viel Zeit für Gedanken über möglich schlechte Fehler opfern sollte. Das Selbstvertrauen in sich selber ist das größte zu bewältigende Problem. Zudem sollte man sich nicht aus seinem persönlichen Konzept bringen, auch wenn der Leistungsdruck unserer Gesellschaft, fehlerfrei zu sein, mehr als groß ist. Vielmehr von Dingen zu machen, die einen glücklich machen und einen gewissen Ausgleich darstellen. Oftmals besiegt die Angst einfach die Einstellung, Dinge meistern zu können. Außerdem sollte man lernen sich an kleinsten Erfolgen langfristig zu erfreuen und seinen Fokus auf grundlegende Dinge zu legen. Denn am Ende ist die größte Prüfung des Lebens, glücklich und zufrieden mit sich selbst zu sein.


Marie Burke (14 Jahre), Englisches-Insitut, 9a